Temperatur und Luftdruck
Der Monat lag mit einer Durchschnittstemperatur von 3,5°C deutlich unter dem Schnitt (normal 4,1°C).
Es gab 24 kalte Tage (normal 23), 15 Frosttage (normal 10) sowie einen Eistag (normal 2).
Das Tagesmaximum von17,2 °C wurde am 6. um 14 Uhr 30 erreicht, die Minimaltemperatur betrug -2,6 °C am 22. um 3 Uhr 25.
Seit dem 7. bewegte sich der Luftdruck ununterbrochen im Hochdruckbereich (Maximalwert 1035,8 hPa – Schnitt 1021,9 hPa) und begünstigte so eine stabile Wetterlage
Erwähnenswert:
Ähnlich wie der Oktober begann auch der November deutlich zu warm. Lag doch bis zum 8. der Schnitt 3,4°C über dem Novembermittel. Zu verdanken war diese dauerhafte Schönwetterlage einem recht konstanten Hoch und Fön, der über die Alpen zu uns drang. Zeitweilig trübte allerdings anhaltender Nebel den Genuss des Spätherbstwetters. Ab dem 9. war es dann mit dem hohen Temperaturniveau zu Ende, die Temperatur sank täglich ab und wir kehrten zu jahreszeitüblichen Werten zurück (ganz im Gegensatz zu anderen Gebieten Bayerns).
Die ausgeprägte Hochdrucklage bis Monatsende brachte vielen Gegenden Bayerns sonniges Herbstwetter, uns leider bei einer sog. Inversionswetterlage einen Nebelrekord. Treten im November normal 9 Nebeltage auf, so waren es heuer 29 Tage , ein Wert, der im November so seit meinem Aufzeichnungsbeginn im Jahr 1983 noch nicht vorkam.
In Anbetracht der bereits genannten anhaltenden Hochdrucklage hätten wir eigentlich, so wie in den Alpen, schönsten Sonnenschein haben müssen (Kempten 164 Stunden). Leider konnten wir auf Grund dieses dauerhaften Nebels oder Hochnebels nur 5 Tage mit 4 Stunden Sonne oder mehr genießen. Dafür mussten wir mit 17 Tagen vorlieb nehmen, an denen die Sonne überhaupt nicht zum Vorschein kam. Dennoch wurde mit 44 Stunden das Sonnen-Soll von 46 Stundennahezu erreicht.
Niederschlag und Wind
Die Niederschlagsmenge lag mit 2,4l/m² in unvorstellbarer Weise unter dem Schnitt ( nur 4% des üblichen Wertes ). Den höchsten Tageswert mit 0,4 Litern erzielten wir am 22. - was aber letztlich nur Nebelnässen war.
Mit 10 Niederschlags tagen lagen wir extrem unter dem Schnitt (normal 14), wobei alle Tage nur durch Nebelnässen zustande kamen. Genau genommen hatten wir also gar keinen „echten" Niederschlagstag.
Die höchste Windgeschwindigkeit wurde am 27. um 13 Uhr 50 mit 24,1km/h gemessen. (windgeschützte Lage)
Die durchschnittliche Windgeschwindigkeit lag mit 6,2 km/h äußerst niedrig. Die vorherrschende Windrichtung war Ost-Südost, was wie im Vormonat zur beständigen Wetterlage mit beitrug
Interessant am Rande:
Der November zeigte sich in fast erschreckender und so noch nicht dagewesener Weise trocken. So war bereits seit 20. Oktober kein nennenswerter Niederschlag mehr gefallen und auch im November war Regen (Nebelnässen ausgenommen) den ganzen Monat über Fehlanzeige. So verwundert es nicht, dass der Wasserstand der Donau gegen Monatsende nur noch 39cm. betrug. Der Monat erwies sich aber nicht nur als der trockenste November, sondern als trockenster Monat überhaupt, der im Jahresverlauf aufgetreten ist. Da ist es dann kein Wunder, wenn ausgerechnet in einem Novembermonat im Allgäu von Waldbrandgefahr die Rede ist.
Nicht erstaunlich auch, dass naturgemäß kein Schneefall erfolgte (normal 2 Schneetage).
Dafür war die Windmenge für einen November ausgesprochen niedrig (zweit-windärmster Monat nach September) und an keinem Tag traten Windgeschwindigkeiten von 30 km/h oder mehr auf
Gesamteindruck
Neblig trüb, wie der Oktober endete, begann auch der November. Dies verhinderte auch einen Anstieg der Temperatur über 7°C hinaus, während in anderen Gegenden zweistellige Werte erreicht wurden. Das änderte sich erst ab dem 5., als die Sonne den Nebel geringfügig durchdringen konnte. Am 6. gelang dann der Durchbruch und bei ganztägigem Sonnenschein wurden Werte von 17°C erreicht. Diese angenehme, spätherbstliche Wetterlage hielt nur bis zum 8. an. Danach gewann bei uns neblig-kühle Witterung die Oberhand. Am 13. kam es dann zum ersten Frost des Monats, dafür ließ sich aber nach 4 Tagen endlich die Sonne wieder mal nach Nebelauflösung sehen. Doch dann ging es erneut mit dem seit Monatsbeginn anhaltenden Nebel weiter. Schon fast ungewohnt lichtete sich am 17. das Dauergrau und die Sonne kam bei wolkenlosem Himmel zumindest für gut 2 Stunden zum Vorschein. Bei Temperaturen unter dem Nullpunkt führte der nun schon gewohnte Nebel am 22. zu starker Reifbildung, was erstmals ein fast winterliches Bild bot und am 24. schloss sich dann der erste Eistag an. Endlich lösten sich am 27. die letzten Nebelreste auf und wir konnten am 1. Advent erkennen, dass es den blauen Himmel wirklich noch gibt.
Insgesamt betrachtet war es ein Ausnahmemonat mit einer so noch nie aufgetretenen Trockenheit und einem Rekord an Nebeltagen.