Temperatur
Das Frühjahr 2026 setzte die Überschüsse der vergangenen Monate ohne Unterbrechung fort. Mit 10,7 °C im Dreimonatsmittel lag es deutlich über dem Normalwert von 9,9 °C, und diesmal trugen alle drei Monate gleichmäßig zum Überschuss bei – kein einzelner Ausreißer, sondern eine konsequent zu warme Saison von Anfang bis Ende.
Bei den Kenntagen war das Frühjahr 2026 eine regelrechte Ansage: 28 warme Tage (normal 24), 12 Sommertage (normal 6) und 4 heiße Tage – wobei der Normalwert für letztere bei null liegt. Doppelt so viele Sommertage wie üblich und dazu noch Hitzetage im Frühjahr: Das ist kein normaler März-April-Mai, das ist ein Frühsommer, der sich viel zu früh angekündigt hat.
Auf der anderen Seite stehen nur 8 Frosttage (normal 16) – die Hälfte des normalen Werts. Was davon anfiel, lag wohl fast ausschließlich im März. Danach war das Thema Frost für dieses Frühjahr schlicht erledigt.
Niederschlag
Hier liegt der eigentliche Paukenschlag des Frühjahrs 2026. Mit nur 83,4 l/m² Niederschlag wurde das trockenste Frühjahr der gesamten Referenzperiode verzeichnet – und das, nachdem diesen Titel erst seit einem Jahr das Frühjahr 2025 mit 97,0 l/m² gehalten hatte. Ein Rekord, der kaum ein Jahr Bestand hatte, bevor er bereits wieder gebrochen wurde. Der Normalwert liegt bei 184 l/m²; 2026 wurden nicht einmal 45 Prozent davon erreicht. Und es war kein einzelner schuldiger Monat – alle drei Frühjahrsmonate fielen zu trocken aus. Eine konsequente Trockenheit, die sich durch die gesamte Saison zog.
Beim Wind war die Saison dagegen erfreulich ruhig: 11 stürmische Tage (normal 16). Sonnig, warm, windstill – und ohne Regen.
Sonnenschein
590 Stunden Sonnenschein gegenüber dem Normalwert von 485 Stunden: ein Überschuss von mehr als 100 Stunden. Ein außergewöhnlich helles Frühjahr, das zusammen mit der Wärme und der Trockenheit ein in sich stimmiges, wenn auch beunruhigendes Bild ergibt. Wer in diesen Monaten draußen unterwegs war, hat viele strahlende Tage erlebt. Wer dabei auf die trockenen Böden und die staubige Erde schaute, weniger Freude gehabt.
Gesamtbilanz
Das Frühjahr 2026 ist vor allem eines: rekordtrocken – und das auf eine Art, die aufhorchen lässt. Mit 83,4 l/m² wurde sogar der Tiefstand des bereits außergewöhnlich trockenen Frühjahrs 2025 nochmals unterboten. Zwei aufeinanderfolgende Rekorde beim Niederschlagsdefizit: Das ist keine zufällige Häufung mehr. Dazu eine Wärme, die mit doppelt so vielen Sommertagen wie normal und vier Hitzetagen weit über das Frühjahrstypische hinausging – und ein Sonnenscheinüberschuss von über 100 Stunden, der das Bild abrundet.
Ein schöner Frühling auf den ersten Blick. Auf den zweiten Blick jedoch ein Frühjahr, das Fragen aufwirft: für Landwirtschaft, Wälder und Wasserversorgung. Nach einem bereits trockenen 2025 fehlt das Wasser in Böden und Gewässern – und ein zweites Rekordjahr in Folge macht die Ausgangslage für den Sommer nicht einfacher.








