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Allzeit-Hitzerekord in Donauwörth: 38,1°C lassen den 2015er Rekord fallen

Es ist ein Tag, der in die Annalen der Wetterstation von don-wetter.de in Donauwörth eingehen wird: Am Samstag, dem 27. Juni 2026, kletterte das Thermometer in Donauwörth um 15:46 Uhr auf 38,1 °C und damit auf den höchsten je an dieser Station gemessenen Wert seit Beginn der digitalen Aufzeichnungen im Jahr 2000. Der bisherige Allzeit-Rekord von 37,5 °C, aufgestellt am 7. August 2015, hatte fast elf Jahre Bestand und ist nun um 0,6 Grad übertroffen worden.

Der Rekordtag im Detail

Schon der Tagesverlauf zeigt, wie ungewöhnlich beständig die Hitze war: Die Nacht startete mit einem Tiefstwert von 18,8 °C um 5:47 Uhr relativ warm, wenngleich etwas kühler wie an manchen vorangehenden Tagen der Hitzewelle. Von dort ging es bei wolkenlosem Himmel und einer maximalen Sonneneinstrahlung von 860 W/m² beständig nach oben: Um 13 Uhr wurden schon 36,2 °C erreicht, um 15 Uhr 37,7 °C, bis schließlich um 15:46 Uhr der neue Rekord gemessen wurde. Der Tagesdurchschnitt lag bei 28,2 °C, die Luftfeuchtigkeit sank auf bis zu 28 %. Begleitet wurde dies von nahezu völliger Windstille mit im Tagesmittel nur 2,1 km/h. Ein klassisches Muster für sich aufbauende Hitzespitzen unter stabilem Hochdruckeinfluss, da ohne nennenswerten Luftaustausch die bodennahe Erwärmung kaum gebremst wird.

Temperatur am 27. Juni 2026
Temperatur am 27. Juni 2026
Wind am 27. Juni 2026
Wind am 27. Juni 2026
Sonne am 27. Juni 2026
Sonne am 27. Juni 2026

Ein Rekord, der zweimal zählt

Bemerkenswert ist, dass mit dem neuen Allzeit-Rekord gleich zwei Bestmarken gleichzeitig fallen. Bislang war der bisherige Junirekord 36,2 °C aus dem Jahr 2022. Auch dieser Wert wurde nun um fast zwei Grad überboten. Noch auffälliger ist aber der saisonale Kontext: Der alte Allzeit-Rekord stammte aus dem August 2015, also aus dem klimatologischen Hochsommer, wenn sich Boden und Atmosphäre über Wochen aufgeheizt haben. Der neue Rekord fällt dagegen bereits sechs Tage nach der Sommersonnenwende (21. Juni), ein Zeitpunkt, an dem das Wärmepotenzial der Jahreszeit eigentlich noch gar nicht ausgeschöpft sein sollte. Dass die bisherige Bestmarke trotzdem schon jetzt fällt, unterstreicht die Intensität der aktuellen Wärmeperiode.

Die Hitzewelle: zehn Tage Aufbauarbeit

Der neue Rekord ist kein Einzelereignis, sondern der vorläufige Höhepunkt einer Entwicklung, die sich seit Mitte des Monats abzeichnet. Noch am 16. Juni wurde an der Station ein Tiefstwert von 8,6 °C gemessen. Danach kippte die Wetterlage abrupt. Seit dem 18. Juni liegen die Tageshöchstwerte durchgehend über 30 °C, allerdings nicht in gleichmäßiger Steigerung, sondern in zwei Schüben: Nach einem ersten Anstieg auf 35,1 °C (19.6.) folgte ein kurzes Plateau zwischen 32,9 °C und 34,9 °C (20.–23.6.), bevor die Werte ab dem 24. Juni noch einmal deutlich anzogen (34,7 °C, 36,0 °C, 36,3 °C) und schließlich 38,1 °C am 27. Juni erreichten. Zehn heiße Tage in Folge, mit einem klar erkennbaren zweiten Aufbäumen zum Schluss. Wobei "Schluss" hier nicht wörtlich genommen werden darf. Ob die Hitzewelle nun abklingt oder nochmal ein Rekordwert erreicht wird, bleibt erstmal abzuwarten. Die Modelllage deutet aber eher auf niedrigere Temperaturen ab kommender Woche hin.

Temperatur-Verlauf im Juni 2026 (bis 27. Juni 19:22 Uhr)
Temperatur-Verlauf im Juni 2026 (bis 27. Juni 19:22 Uhr)

Trockenheit als Verstärker

Parallel zur Hitze hält eine Trockenphase an: Seit dem 17. Juni ist in Donauwörth kein messbarer Niederschlag mehr gefallen – aktuell der elfte Tag in Folge. Zum Vergleich: Der Rekord für die längste Trockenperiode ohne jeglichen gemessenen Niederschlag an der Station liegt bei 23 Tagen (Mai/Juni 2023), ist also noch nicht in Gefahr, doch die Kombination aus bereits zuvor fehlendem Regen und intensiver Sonneneinstrahlung (im Juni bislang schon fast 243 Sonnenstunden, deutlich über dem Vormonatswert von rund 232 Stunden im gleichen Zeitraum) lässt den Boden zusätzlich austrocknen und begünstigt die schnelle Erwärmung der bodennahen Luftschichten.

Niederschlags-Verlauf im Juni 2026 (bis 27. Juni 19:22 Uhr)
Niederschlags-Verlauf im Juni 2026 (bis 27. Juni 19:22 Uhr)

Einordnung in die Klimareihe

Mit einer Monatsdurchschnittstemperatur von bislang 20,1 °C liegt der Juni 2026 bereits deutlich über dem langjährigen Stationsmittel, und das, obwohl der Monat mit kühlen 8,6 °C begann. Die Schwankungsbreite von fast 30 Grad innerhalb eines einzigen Monats verdeutlicht, wie ausgeprägt der Kontrast zwischen dem verhaltenen Start in den meteorologischen Sommer und dem nun erreichten Extrem ist. Dass ausgerechnet der Hochsommer-Rekord von 2015, einem der bis dahin heißesten Sommer der Stationsgeschichte, nun bereits Ende Juni fällt, ist ein Datenpunkt, der in die langfristige Auswertung der Donauwörther Klimareihe einfließen wird.

Ob sich die Hitzewelle in den kommenden Tagen weiter verschärft oder die seit Stunden fallende Tendenz des Luftdrucks bereits eine Wetterumstellung mit Gewittern ankündigt, bleibt abzuwarten. Wie gesagt, die Modelle deuten eher auf letzteres hin. Fest steht auf jeden Fall: Der 27. Juni 2026 hat einen neuen Fixpunkt in der Donauwörther Wettergeschichte gesetzt.

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